2003 Als das Jahr der Investitionen bezeichnete Eilenburgs Oberbürgermeister Hubertus Wacker das Jahr 2003. Mit Ausnahme der Papierfabrik, die Anfang der 90er Jahre auf der grünen Wiese für rund 850.000 Mark entstand, wurde noch nie in der Geschichte Eilenburgs so viel investiert. Genau lässt sich dies allerdings nicht beziffern, da nach der Jahrtausendflut im August 2002 nicht erfasst ist, wieviele Millionen Euro durch Privatleute, Unternehmen, in Bundes- und Landeseinrichtungen investiert wurde. Neben der Beseitigung der Hochwasserschäden steckte der Bund allein 2003 in den Bau der Eilenburger Ortsumgehung rund 15 Millionen Euro und damit ein Drittel der Gesamtkosten. Die Talsperrenmeisterei Rötha investierte im Auftrage des Freistaates Sachsens rund sechs der insgesamt 20 Millionen Euro in den notwendigen Eilenburger Hochwasserschutz. Als größte städtische Investitionen mit Förderung des Landes und Bundes ragen zudem noch die Sanierung des kleinen Bergfriedes (650.000 Euro) sowie die des Wasserturmes (zwei Millionen Euro) heraus. Im Oktober wurde zudem mit der über vier Millionen Euro teuren Sanierung der Eilenburger Schwimmhalle begonnen.
Januar/Februar 2003 Mit der 317 Meter langen Muldebrücke im Zuge der B 87 n wird das größte Einzelbauwerk der Eilenburger Ortsumghung vor Ort montiert. Es kostet allein rund fünf Millionen Euro. Zeitgleich wird auch die Brücke über den Mühlgraben gebaut.
3. März 2003 Der 12. Eilenburger Rosenmontagsumzug, organisiert durch den Eilenburger Carneval Club, bricht alle Rekorde. Das mdr-Fernsehen kann in der anderthalbstündigen Liveübertragung 70 Wagen und hunderte Teilnehmer filmen. Tausende Besucher jubeln diesen vom Straßenrand zu.
Juni 2003 Nach zehnmonatiger Umbauzeit wird im Eilenburger Ortsteil Zschettgau das Begegnungszentrum Zschettgau eröffnet. Neben der Kindereinrichtung mit 42 Plätzen gibt es hier auch einen kleinen Bürgersaal sowie Platz für die Feuerwehr.
Sommer 2003 In den von der Flut betroffenen beiden städtischen Schulen Schiller und Belian beginnen nach erfolgten Entkernungen die Sanierungsarbeiten. Bei Schillers (Grund- und Mittelschule) wird für 1,2 Millionen Euro das Kellergeschoss mit Computer-, Technik- und Werkräumen saniert. Außerdem wird für 2,4 Millionen Euro die Turnhalle samt Sanitärtrakt neu aufgebaut. Bei der Belian-Grundschule wird für 2,2 Millionen Euro das Hauptgebäude hergerichtet. Hier zieht dann im Gegensatz zu früher auch der Hort mit ein. Die Arbeiten an den Schulen ziehen sich bis ins Jahr 2004 hinein.
August 2003 Die 290 Schüler der Förderschule für Lernbehinderte können mit ihren Lehrern aus dem Ausweichquartier in Ost nach einem Jahr wieder in die Dr.-Belian-Straße zurückziehen. Die Förderschule in Trägerschaft des Landkreises Delitzsch hatte während der Augustflut einen Schaden von 1,9 Millionen Euro erlitten. Es handelt sich dabei um die erste Schule in Eilenburg, deren Hochwasserschäden komplett beseitigt sind. Am nordöstlichen Rande der Stadt wird ein Jahr nach der Flut der Grundstein für ein endlich hochwassersicheres Tierheim gelegt. Dafür hatte der Eilenburger Tierschutzverein seit Jahren gekämpft. Es bietet künftig Platz für 34 Hunde, 42 Katzen sowie Klein- und Nagetiere.
19. September 2003 Eilenburg erhält sein Stadtmuseum zurück. Nachdem mehrere Jahre nur das historische Klassenzimmer in der Dr.-Belian-Straße aufgebaut war, präsentiert Eilenburg seine 1000-jährige Geschichte von nun an in den historischen Gemäuern des sanierten Roten Hirsches. Auch das historische Klassenzimmer, in dem wie in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts unterrichtet wird, fand in einem Seitenflügel seinen Platz.
26. September 2003 In der Dr.-Belian-Straße wird der Grundstein für eine Zweifelder-Turnhalle gelegt. Bauträger ist der Landkreis Delitzsch. Nach einjähriger Bauzeit wird sich damit die unakzeptable Hallensituation in der Muldestadt entspannen.
Oktober 2003 Für die in der Augustflut 2002 untergegangenen Schwimmhalle erhält die Stadt am 1. Oktober 2003 den bis dahin noch fehlenden Fördermittelbescheid. Noch am gleichen Tag werden von der Stadt Aufträge im Wert von 1,6 Millionen Euro ausgelöst. Die Sanierung der Schwimmhalle, die im September 2004 wieder eröffnet werden soll, ist mit 4,3 Millionen Euro veranschlagt.
5. Oktober 2003 Der Windhund-Club-Eilenburg eröffnet die Eilenburger Windhundrennbahn im Bürgergarten neu. Der ohnehin geplante Umbau der Gras- zur Sandbahn wurde durch die Augustflut 2002 beschleunigt. Eilenburg verfügt damit über eine von nur sechs Sandbahnen in ganz Deutschland. Auf der 350 beziehungsweise 450 Meter langen Runde erreichen die schnellsten Windhundrassen bis zu 70 Stundenkilometer. Hier können nun auch internationale Wertungsrennen ausgetragen werden.
Dezember 2003 Das mit 60 Metern höchste Bauwerk der Stadt, der Eilenburger Wasserturm, ist nach einjähriger Bauzeit mit Hilfe einer Vergabe-ABM saniert. In den Wasserturm, der noch immer als Löschwasserreservoir für das benachbarte Industrie- und Gewerbegebiet dient, flossen rund zwei Millionen Euro. Der kleine, etwa 30 Meter hohe Bergfried erstrahlt nach einjähriger Sanierung wieder im neuen Glanz. Damit ist ihm das Schicksal seines 1972 zusammengebrochenenen großen Bruders, dem großen Bergfried, erspart geblieben. Allerdings wird die Nutzung des kleinen Bergfrieds wohl erst mit der noch ausstehenden Sanierung des mit ihm räumlich verbundenen Amtshauses geklärt werden können.