Auf der Muldeinsel befindet sich nach Mittag zu eine hübsche Eichenwaldung, die in älterer Zeit weit größer war. Sie wird der Teufelswinkel genannt, und dazu gab folgende Begebenheit die Veranlassung: Einst war in Leipzig ein Tierbändiger mit wilden Tieren. Unter diesen befand sich auch ein großer Affe, der aber eine passende Gelegenheit benutzte und Reißaus nahm. Alles Verfolgen war fruchtlos. Eines Tages nun kamen aus vorerwähnten Wäldchen Holzsammler aufgeregt und angstvoll nach der Stadt gelaufen und erzählten, dass sie im Eichbusche den "Herrn Teufel" gesehen hätten. Die halbe Stadt strömte neugierig hinaus. Die meisten schienen auch die Sache zu glauben, denn sie kehrten mit bedenklichen Gesichtern heim. Nur einige beherzte Männer gingen mit Knütteln dem vermeintlichen Teufel zu Leibe und trieben ihn auf eine Eiche, von der er nicht wieder herunterzubringen war. Die Leute des Tierbändigers waren mit ihren Nachfragen auch nach Eilenburg gekommen und hörten die Teufelsgeschichte. Sie ahnten den Zusammenhang, gingen hinaus und erkannten ihren Ausreißer. Durch Lockungen brachten sie ihn von der Eiche herab und auch wohlbehalten nach Leipzig zurück. Seit dieser Zeit nennt man das Wäldchen "Teufelswinkel".

(aus älteren Sammlungen von Sagen des Kreises Eilenburg)