Der Beginn

970/980 Dem Chronisten Simon zufolge soll der erste Kirchenbau kurz nach der ersten urkundlichen Erwähnung von Ileburg (Eilenburg) im Jahre 961 erfolgt sein.
1006/07 Vollendung der Kirche durch den Wettiner Grafen Friedrich, dem ersten Erbherren der Grafschaft Eilenburgs
1150 Conrad, Markgraf zu Eilenburg, ließ die kleine Kapelle erweitern und teilweise auch neue Mauern bauen. Die Kirche wurde dem Kloster auf dem Petersberg bei Halle unterstellt.
1413 Die Kirche ging erstmals in Flammen auf.
1434 Der Markt war überschwemmt, so dass auch in der Kirche wochenlang kein Gottesdienst möglich war.
1435 Ein schwerer Brand zerstörte die Kirche.
1444 Die spätgotische dreischiffige Hallenkirche aus rotem Backsteingemäuer wurde auf den Grundmauern des romanischen Vorgängers errichtet. Diese Form ist noch heute erhalten.
1496 Durch den sächsischen Kurfürsten Friedrich der Weise wurde der Grund- und Eckstein für den Kirchturm gelegt. Aus Geldmangel wurden aber nur zwei Geschosse gebaut.
1499 Die 1435 beim Brand zerstörte Glocke wird durch Umgießen wieder hergestellt.
1502 Erstmals wurde eine Orgel erwähnt

Nach der Reformation 1521

1521 Reformierung durch Martin Luther
1531 Der Kirchturm wächst um zwei Geschosse.
1535 Ein Großbrand vernichtet neben 103 Bürgerhäusern auch die Kirche samt Turm, Glocken und Orgel.
1545 Beschluss zum Wiederaufbau der Kirche
1568 Durch Orgelbauer Simon Zenker wurde eine neue Orgel aufgebaut.
1569/70 Die Torgauer Bildhauerbrüder Georg und Simon Schröther erbauten die Kanzel und den Taufstein.
1573 Die Mulde stand manneshoch in der Kirche.
1591 Der Gang zum Kirchturm wurde erbaut. Sie erleichtert dem Türmer, der zugleich auch Stadtpfeifer war, die Arbeit.
1592 Ein Seiltänzer balancierte auf einem Seil, das zwischen Kirchturm und einem Haus am Markt gespannt wurde.
1598 Die Kirche erhielt einen Messingleuchter.

Das 17. und 18. Jahrhundert

1600/01 Für den Turm werden vier neue Glocken gegossen. Dieser drohte unter der Belastung jedoch einzustürzen.
1617 Martin Rinckart wurde Archidiakonus an St. Nikolai.
1636 In Leipzig erschien die Erstausgabe von Rinckarts "JESU-Hertz-Büchlein" mit seinem Choral: "Nun danket alle Gott".
1639 Am 24. Februar rettete Martin Rinckart mit seinem Bittgottesdienst die Stadt vor der Ausplünderung durch schwedische Truppen.
1672/73 Der Kirchturm wurde bis zum Glockenboden abgetragen und höher (mit Türmerswohnung) wieder aufgebaut.
1683 Im Inneren wurde aufwendig renoviert, ein neuer Altar wird errichtet.
1715 Die Orgel wurde neu aufgebaut.
1771 Ein Sommerhochwasser suchte Stadt und Kirche heim.

Das 19. Jahrhundert

1819 Reparatur des schadhaften Turmes und der Kirchenpfeiler erfolgte.
1832 Grundhafte Reparatur
1844 Orgelbaumeister Weineck baute eine neue Orgel ein. Conrad Geißler ist Gehilfe.
1846 Ein Blitzableiter wurde montiert.
1868 Orgelbaumeister Schrickel reparierte und reinigte die Orgel.
1883 Der Eilenburger Orgelbaumeister Conrad Geißler baute das Orgelwerk um. Sie erhält nun 42 Register.

Das 20. Jahrhundert und bis heute

1913 Eine elektrische Feueralarmeinrichtung macht die Türmerstelle überflüssig.
1915 Die Fenster hinter dem Altar werden ausgemalt. Eins zeigt den predigenden Martin Rinckart.
1920 Ein neues Glockengeläut wird eingeweiht.
1928 Wiederentdeckung des Grabes von Martin Rinckart und seiner Frau
1929 Die Instandsetzung des Turmes beginnt.
1945 Die Kirche wird am 21. April beim Beschuss der Stadt zerstört.
1947 Weihnachten erschallen wieder die Glocken.
1952 Der Turm wird hochgemauert und erhält ein Notdach.
1953 Die wiederhergestellte Sakristei erhält den Namen "Rinckartkapelle".
1955 Der Georg-Altar kommt zur Gemeinde zurück.
1961 Der wiederaufgebaute Chor wird als Chorkirche eingeweiht.
1965 Die Sauer-Orgel erklingt.
1966 Nach seiner Restaurierung wird der Schnitzaltar aufgestellt.
1968/69 Das Dach wird neu gedeckt.
1994 Der "Förderverein Nikolaikrche Eilenburg e.V." wird gegründet.
1997 Der Turm erhält unter großem Anteil der Bevölkerung seine barocke Turmhaube mit offener Laterne zurück.
1999 Drei Stützpfeiler werden saniert. Im Juli findet erstmals wieder das einst von Rinckart ins Leben gerufene Reginen-Fest statt.
2000 Am Kirchturm wurden für rund 140.000 Mark die Wasserschläge der Turmecken erneuert und das Oberteil des Kirchturmes saniert.
17. September 2006 Die Eilenburger Nikolaikirche präsentiert sich beim 4. Kreiskirchentag des Evangelischen Kirchenkreises Torgau-Delitzsch äußerlich erstmals wieder so wie vor dem Beschuss am 22. April 1945. Die Arbeiten an den Dächern der Chorkirche und der Sakristei sind abgeschlossen. Auch der östliche Giebel der ehemaligen Fürstenloge, die sich über der Sakristei befand, erhielt seine ursprüngliche Form zurück. Im Dezember sind die neuen Bleiglasfenster das I-Tüpfelchen der äußeren Sanierung. Im Inneren warten nun noch das Gewölbe im Kirchenschiff, die Orgel und das Glockengeläut.
2007/2008 Die Evangelische Kirchengemeinde Martin Rinckart baut das Gebäude am Nikolaiplatz 4 zu einem Begegnungszentrum der Generationen um. Die Gesamtkosten werden mit 820 000 Euro beziffert.
31. Oktober 2008 Zum Reformationstag werden auf dem Marktplatz drei Glocken geweiht, die künftig die zwei noch vorhandenen Glocken ergänzen sollen.