Das Ende des großen Bergfrieds

Über viele Jahrhunderte gab es auf dem Burgberg neben dem Sorbenturm zwei mittelalterliche Burgtürme. Während der kleinere Bergfried 2003 saniert werden konnte, kam für seinen großen Bruder jede Hilfe zu spät. Er stürzte bereits 1972 in sich zusammen.  Zwei Augenzeugenberichte aus diesen Tagen sind unterhalb der Bilder abgedruckt.

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Bild 5 (Fotos: D. Lemm)
 

Impressionen von 1972

Frau Götz aus Berlin schrieb:
Ich war damals noch ein Kind von 7 Jahren. Wir hatten davon gehört und sind vom Markt, wo wir wohnten dorthin gestürmt. Wir blieben unten an der Muldengrabenbrücke stehen und konnten das Ereignis beobachten und hören. Es war für uns Kinder ein ganz großes Ereignis, denn die Erwachsenen sprachen recht häufig darüber und animierten uns dazu hinzugehen. Wenn ich mal wieder in meiner Heimat bin und zufällig auf dem Berg bin, denke ich noch heute an die Sprengung und dass einstmals 2 Türme dort standen.

Robby Semmling schrieb:
Auch ich kann mich sehr gut an diesen aufregenden Tag erinnern. Meine Eltern erzählten mir etwas von einem nächtlichen Grollen. Am nächsten Tag sahen wir den eingestürzten Turm. Für ein Kind war die Stärke der Turmmauern beeindruckend. Die Sprengung haben wir vom Parkplatz der damaligen Hygieneinspektion aus verfolgt.
Es wurde erzählt, der Einsturz sei auf Bergbewegungen zurückzuführen. Dies klingt insofern schlüssig, da ich mich auch an einen teilweisen Einsturz der Mauer im Bereich der Einbahnstraße auf dem Berg erinnern kann. Die Reparaturen mit Beton sind heute noch erkennbar.
Ich hoffe und wünsche für meine Heimatstadt, dass sie die Kraft und die Finanzen findet, das historische Gebäude des ehemaligen Gerichtes langfristig zu sanieren, denn sonst verschwindet ein weiteres Stück historischer Identität.