Burgberg mit Heinzelberge

Der Eilenburger Burgberg (Schlossberg) darf sich auch als Wiege Sachsens bezeichnen. Denn im Jahre 1089 schlug hier mit der Belehnung des Grafen Heinrich I. zu Eilenburg mit der Mark Meißen die Geburtsstunde des wettinischen Territorialstaates. Die sagenumwobenen Eilenburger Grafen (Heinzelmännchensage) stehen somit am Anfang der 829 Jahre währenden Herrschaft der Wettiner über ein Gebiet, aus dem der heutige Freistaat Sachsen hervorging.

Im 10. Jahrhundert wurde hier die Ilburg mit dem noch heute erhaltenen Sorbenturm erbaut. Der Eilenburger Burgverein rückte dieses etwa fünf Hektar große Gelände wieder mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Nach dem Sorbenturm (1997/98) und dem Burgtor (2001) wurden inzwischen auch der Mauerturm [kleiner Bergfried] (2003) und die Burgbergmauern (2007) saniert. Gleichzeitig mit der Wiedereröffnung der sechs Jahre lang gesperrten Hundertstüfchen sowie des Rundweges feierten die Eilenburger am 8. Juni 2007 auch das Ende der insgesamt achtjährigen Hangsicherungsarbeiten. Der von unseren Vorfahren aufgeschüttete Burgberg wurde mit Hilfe von sechs Millionen Euro stabilisiert.

Weitere Hangsicherungsarbeiten erfolgen 2010 unterhalb des Marienkirchen-Friedhofes und 2011/2012 am Osthang. 2013 wird zudem die Straße zum Schlossberg ausgebaut. Das 2009 außen sanierte ehemalige alte Gefängnis wird bis 2016 zu einer Radfahrer-Pension ausgebaut.

Das Ende des großen Bergfriedes können Sie in Wort und Bild auf einer Sonderseite nachvollziehen.

Was bisher am Burgberg realisiert wurde

1993/94 Sicherung des Amtshauses nach dem Brand im Sommer 1993 (Kosten rund 430.000 Mark)
1996 Hangsicherung in der Mühlstraße (320.000 Mark)
1997/98 Sanierung des Sorbenturms (600.000 Mark)
1998 über ABM wird ein Rundweg angelegt
Mai 2001 mit Unterstützung der ABM-Gruppe "Fürstenstraße der Wettiner" kann ein historischer Lehrpfad eingeweiht werden
2000/01 Sanierung eines einsturzgefährdeten Bergkellereingangs in der Mühlstraße (30.000 Mark)
Dezember 2000 bis Februar 2001 Notsicherung der oberen Stützmauer (400.000 Mark)
Frühjahr 2001 Aufstellen von Bänken und Papierkörben (15.000 Mark)
Juni bis Oktober 2001 Sanierung von Burgtor und eines Teilstückes der Burgmauer (670.000 Mark)
August 2001 bis März 2002 Fortsetzung der Arbeiten an der oberen Stützmauer (insgesamt weitere 1,6 Millionen Mark) bis März 2002, die damit statisch gesichert ist
2001 Planung für den Bergfried und die Straßenbeleuchtung (23.000 Mark)
2001 Konzept für die Freiflächengestaltung (20.000 Mark)
2002 Im Dezember beginnt die Sanierung des Bergfriedes für rund 650.000 Euro.
18. Juni 2003 Der Bergfried erhält eine insgesamt knapp drei Meter hohe Turmbekrönung. Etwa drei Viertel der Arbeiten sind damit geschafft.
Dezember 2003 Die Sanierung des kleinen Bergfriedes wird abgeschlossen.
2004 Als nächstes Vorhaben rückt neben der weiteren Hangsicherung die Sanierung des ehemaligen Gefängnisses auf dem Burgberg in den Blickpunkt. Der Eilenburger Burgverein möchte dieses Gebäude zu einem Vereinshaus umbauen. Außerdem soll 2004 ein Kräutergarten angelegt werden.
2006 Stabilisierung der Burgberges u.a. mit 27 Bohrpfählen in der Nähe des einstigen Gefängnisses, Bodennägel werden im Bereich Mühlstraße und Bergstraße in den Berg getrieben, die Mauern im Bereich der Bergstraße werden stabilisiert und das Klinkermauerwerk erneuert.
2007 Am 8. Juni erfolgte die Übergabe des sanierten Burgberges und die Freigabe der neu errichteten Hundertstüfchen. Für die Stabilisierung des Burgberges flossen in den zurückliegenden acht Jahren sechs Millionen Euro.
November 2008 Die Sanierungsarbeiten für das ehemalige Gefängnis beginnnen. Das Gebäude bekommt für 280 000 Euro eine neue äußere Hülle. Das Projekt wird zu zwei Dritteln von Bund und Land gefördert.
Oktober 2009 Der Verfall des ehemaligen Gefängnisses ist gestoppt. Dach und die Fassade in Richtung Stadtmitte sind saniert.
2010 Mit dem bereits 2009 abgerissenen Wohnhaus an der Ecke Bergstraße/Marienstraße wird Baufreiheit für die Hangsicherung unterhalb der Marienkirche geschaffen. Diese selbst erfolgt 2010 und 2011 (Kosten: rund eine Million Euro).
10. Januar 2011 Nach längeren Regenfällen rutschen in der Nacht rund 600 Kubikmeter Erde Richtung Mühlstraße. Knapp zwei Jahre dauert es, bis diese wieder frei gegeben werden kann und auch der Osthang für knapp zwei Millionen Euro gesichert ist.
August 2013 Die Zufahrt auf den Schlossberg wird nach umfassender Sanierung für den Straßenverkehr wieder frei gegeben. Erstmals können auch Rad- und Rollstuhlfahrer den Burgberg über ein Band aus glatten Steinplatten problemlos erreichen.
4. März 2014 Der Umbau des Ex-Gefängnisses zur Herberge für zwei Millionen Euro wird beschlossen. Finanziert wird das Projekt über die Städtebauförderung. Im Erdgeschoss entstehen bis Mitte 2016 ein Zimmer, Küche, Speiseraum, Rezeption und ein Raum für den Burgverein. Im Dachgeschoss finden fünf Zimmer mit neun Betten Platz. Eine Pächterin für die Herberge wird Ende 2015 gefunden.
Frühjahr 2015 Auf dem Burgberg wird ein unterirdischer Stauraum für Starkregen gebaut. Dieser ist für einen sogenannten fünfjährigen Bemessungsregen ausgelegt. Damit soll verhindert werden, dass ein Starkregen, wie zuletzt 2011, Erdmassen am Burgberg ausspült.
Sommer 2015 Der Eilenburger Burgverein kauft das Haus direkt vor dem Tor zum Burgberggelände. Er will das um 1800 erbaute und lange leer stehende Gebäude schrittweise sanieren und hier sein Vereinsdomizil einrichten.
November 2015 Die Freiflächengestaltung des Burgberges geht in die Ausschreibung. Die Stadt will unter anderem mit Granitplatten den Schlossgrundriss kenntlich machen. Darüber hinaus sind eine Pergola und ein neuer Zweckbau (für Radgaragen) gegenüber der Herberge im ehemaligen Gefängnis geplant. Ende des Jahres erhält die Stadt die dafür beantragten Mittel aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung. Später sollen auch ein Kräutergarten und Sitzmöbel auf der Freifläche realisiert werden.