der Klinik Eilenburg

Bereits 1535 gab es in der Muldestadt das erste Hospital. Dieses und ein weiteres im 17. Jahrhundert errichtetes Hospital waren die Vorgänger des 1. Eilenburger Krankenhauses. Dieses wurde im Jahre 1898 eingeweiht. Die Klinik wurde mehrfach erweitert und platzte dennoch immer wieder aus allen Nähten. 1990 befanden sich Medizintechnik und Räumlichkeiten teilweise in einem unzumutbaren Zustand. 1992/93 erfolgten daher erste umfangreichere Modernisierungen. Mit dem Zusammenschluss der Landkreise Delitzsch und Eilenburg im August 1994 wurde der neue Landkreis Delitzsch Träger des Krankenhauses. Er begann 1995 mit dem Neubau eines 27 Millionen Mark teuren Bettenhauses, das 1998 eingeweiht wurde. Am 16. Juni 2000 erfolgte die Grundsteinlegung für ein weiteres dreigeschossiges Untersuchungs- und Behandlungsgebäude, das 12,8 Millionen Euro kostete und im Oktober 2002 als "neues Herzstück der Klinik" eingeweiht wurde. Die Klinik befindet sich jetzt in Trägerschaft der Kreiskrankenhaus Delitzsch GmbH.

Die Vorgeschichte

Bereits 1535, so kann man es der Chronik der Stadt Eilenburg entnehmen, gab es in der Muldestadt ein Hospital. Dieses wurde von hohen geistlichen Würdenträgern gegründet und betreut. Schon ein Jahr später brannte es jedoch ab und wurde im Jahre 1541 wieder aufgebaut. Der Standort dieses wohl ersten Eilenburger Hospitals ist leider nicht bekannt.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde vor dem "Torgauer Tor" außerdem ein Siechhaus gebaut. Die Angst vor Seuchen war sehr ausgeprägt. Kranke und Siechende hatten daher zu dieser Zeit nichts in den Städten zu suchen. Bei der großen Pest im Jahre 1681 wurde das Haus niedergerissen und im gleichen Jahr wieder aufgebaut. Der Standort des Siechhauses ist mit dem vom "Haus An der Mulde" identisch. Bis 1945 war es das Armenhaus der Stadt, heute dient es unter anderem als Obdachlosenheim.
Im 17. Jahrhundert wurde ein zweites Hospital eingerichtet. Das erste Hospital konnte die vielen Kranken aufgrund der häufigen Seuchen nicht mehr fassen. Als Ort ist das Ende des Leipziger Steinweges (die heutige Bergstraße) überliefert.

Im Jahre 1868 beschloss der Stadtrat, die Gaststätte "Zur alten Burg" auf dem Stadtberg aufzukaufen und deren Ausbau zu einem Krankenhaus vorzunehmen. Erst 28 Jahre später, im Februar 1896, konnte aber das Projekt für das neue Krankenhaus durch den Stadtrat bestätigt werden. Die Stadt nahm für dafür eine Anleihe von 100 000 Mark auf. Der Armenarzt Dr. Laaser leitete den Ausbau. Am 23. November 1898 wurde das Eilenburger Krankenhaus mit einer Bettenkapazität von 50 Betten feierlich eingeweiht.

1898 bis 1930

1898 Einweihung des Krankenhauses auf dem Stadtberg mit einer Kapazität von 50 Betten
1904 Der erste Röntgenapparat wird angeschafft.
1908 Erweiterung der Waschräume und Umwandlung des Dampfbades in ein elektrisches Bad
1909 Die Stadt erhält durch Wilhelm Grune eine Stiftung. Damit konnte die Stadt an das Krankenhaus angrenzende Areale erwerben und sie nach Abbruch von Gebäuden dem Krankenhaus zuführen.
1912 Das Isolierhaus, das heute noch als "Kleines Haus" bekannt ist, wird gebaut.
1914 - 1918 Das Krankenhaus wird als Vereinslazarett genutzt.
1922 Tod von Sanitätsrat Dr. Laaser, der das Haus neben seiner privaten ärztlichen Praxis jahrelang betreute. Ihm zur Seite standen fünf Krankenschwestern. Sein Sohn, Dr. R. Laaser übernahm vertretungsweise die ärztliche Betreuung der Patienten.
1922 Dr. Albert Barbey aus Wiesbaden wird erster hauptamtlicher Chefarzt des Krankenhauses.
1923 Sechs Schwestern aus dem Frauenverein Wiesbaden treten ihren Dienst an.
1925 Im Mai fasst der Magistrat den Beschluss zur Erweiterung. Geplant wird außerdem eine Amtswohnung für den Krankenhausarzt. Dafür wird eine Anleihe von 300 000 Mark aufgenommen. Der Kreis Delitzsch zahlte einen Zuschuss von 100 000 Mark.
1927 Der Erweiterungsbau mit 50 Betten wird am 9. Mai in Betrieb genommen. Dr. Wilhelm Lignitz aus Leipzig bekommt die Stelle eines zweiten hauptamtlichen Krankenhausarztes.

1930 bis 1945

1930 Im neuen Verwaltungsbüro saß ein städtischer Beamter. Außerdem waren neben den zwei Ärzten eine Oberschwester, eine OP-Schwester, eine Röntgenschwester, zwölf Stations- bzw. Lehrschwestern und ein Krankenwärter angestellt. 17 weitere Leute bildeten das Wirtschaftspersonal. Sie übernahmen alle anfallenden Arbeiten wie kochen, putzen, waschen und nähen.
1931 Eine Krankenpflegeschule im Krankenhaus wurde genehmigt. Acht Schwestern bestanden die staatliche Prüfung. Lehrer waren die beiden angestellten Ärzte.
1939/1940 Der Neubau wurde zum Lazarett, dem Stabsarzt Dr. Rehbke aus Wolfen vorstand. Der Altbau blieb ziviles Krankenhaus. Auf dem Gelände wurden zwei Bunker errichtet.
1945 Nach Kriegsende normalisierte sich langsam alles wieder, auch weil das Haus von nennenswerten Zerstörungen verschont blieb.

1946 bis 1990

1947 Im Krankenhaus arbeiteten vier Ärzte, 29 Schwestern und zwei Lehrlinge.
1950 Der Neubau aus dem Jahr 1927 wurde um eine Etage aufgestockt. Erstmals gab es damit eine Station für Geburtshilfe und Gynäkologie. Das Krankenhaus zählte 252 Betten. Der Bau des Operationstraktes begann.
1952 Eilenburg wurde Kreisstadt, und die Klinik erhielt den Status eines Kreiskrankenhauses.
1962 Am Dr.-Külz-Ring wurde eine Bettenstation eingerichtet.
1966/67 Eine betriebseigene Kinderkrippe und ein Speiseraum wurden gebaut.
1968 Medizinalrat Dr. Georg Folk wird zum Ärztlichen Direktor des Krankenhauses berufen. Dieses Amt begleitete er bis zu seinem Tod im Jahre 1986.
1974/1975 Der Eingangsbereich wurde modernisiert und das Pförtnerhaus gebaut.
1982 Der Krankenhausanbau wurde eingeweiht, über den der Rat der Stadt 1978 entschied und der von 1979 an gebaut wurde. Die Klinik hat jetzt 268 Betten.

1991 bis 2011

1991 bis 1998 wurde eine Reihe modernster Medizintechnik angeschafft.
1992/1993 Die OP-Bereiche wurden modernisiert. Das Krankenhaus erhielt eine moderne Heizung.
1994 Durch den Zusammenschluss der Landkreise Eilenburg und Delitzsch wird der Landkreis Delitzsch Krankenhausträger.
1995 Erster Spatenstich für den Neubau eines 27 Millionen Mark teuren Bettenhauses, das der Freistaat Sachsen finanzierte. Der Delitzscher Kreistag beschloss die Bildung eines Eigenbetriebes Kreiskrankenhaus Delitzsch mit seinen Kliniken in Delitzsch und Eilenburg.
1996 Der Kreistag berief Prof. Dr. med. Joachim Richter als Leitenden Chefarzt des Kreiskrankenhauses Delitzsch.
1998 Einweihung des neuen Bettenhauses im 100. Jahr des Bestehens
2000 Im Frühjahr begann der Bau eines Untersuchungs- und Behandlungsgebäudes. Am 16. Juni erfolgte dafür die Grundsteinlegung. Bereits im Dezember konnte Richtfest gefeiert werden.
2002 Die Fertigstellung des neuen Herzstücks der Klinik für 12,8 Millionen Euro mit Notfallaufnahme, Operationssaal, radiologischer Abteilung sowie Entbindungsstation erfolgt im Oktober 2002. Die Klinik verfügt jetzt über 171 Betten.
6. Oktober 2006 Im ehemaligen OP-Trakt der Klinik Eilenburg öffnet eine Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie mit 15 Plätzen. Sie fungiert als Außenstelle des sächsischen Krankenhauses Altscherbitz (Schkeuditz). Mit der 1,1 Millionen Euro teuren Investition verbessert sich die tagesklinische Versorgung, die stationäre Aufenthalte vermeiden hilft, erheblich.
Februar 2007 Die Kreiskrankenhaus Delitzsch GmbH beginnt den dritten Bauabschnitt an der Klinik Eilenburg. Für rund neun Millionen Euro wird ein Altbau durch einen unterkellerten Dreigeschosser ersetzt. Die Investition wird komplett mit Fördergeldern des Freistaates realisiert. Mit dem dritten Bauabschnitt endet im Januar 2011 die Sanierung der Klinik, in die dann insgesamt 35 Millionen Euro geflossen sind und die über 150 Betten verfügt.