Innerstädtisches Verkehrs- und Entwicklungskonzept (IVEK) im Zuge der Umverlegung der B 87
Verkehrs- und Stadtentwicklungsmodelle
- Teil Verkehr
- Teil Stadtplanung
1 Teil Verkehr
Im Rahmen der Beratungen im Bau- und Wirtschaftsförderungsausschuss vom 18.02.2002 (Ergebnisse Verkehrszählungen) und 17.06.2002 (Ergebnisse Haushaltsbefragung) wurden die Analyseergebnisse für den Teilbereich Verkehr dargestellt. Zu behandeln waren laut Abstimmung vom 17.06.2002 fünf verschiedene Verkehrsnetzmodelle, die verschiedene Lösungsansätze für die Verkehrsproblematik Innenstadt beinhalten und der gesetzten Zielstellung entsprechen.
Als übergeordnete Ziele gelten dabei:
- Verkehrsentlastung in der Innenstadt
- Erhöhung der Wohn- und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.
Unter obigen Prämissen wurden auf der Grundlage der Verkehrs- und Städtebauanalysen sowie einer erstellten Verkehrsprognose folgende Plan- bzw. Netzfälle untersucht.
- Planfall 1 heutiger Verkehrszustand (2001)
- Planfall 2 Verkehrsprognose 2015 mit neuer Umgehungsstraße
- Planfall 3 Verteilung des Verkehrs auf einen Nord- und Südring im Einrichtungsverkehr, Achse Leipziger/ Torgauer Straße mit Tempo 30 bzw. verkehrsberuhigt
- Planfall 4 Umleitung auf einen Nordring (2-Richtungsverkehr)
- Planfall 5 Fußgängerzone Markt, Nord- und Südring.
Bewertung der Planfälle
Planfall 1
Planfall 1

- Planfall 1 (Ist 2001)
stellt die heutigen Verhältnisse dar und weist alle bekannten Nachteile auf.
Vorteile | Nachteile |
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Planfall 2
Planfall 2

- Planfall 2 (Prognosenullfall mit OU - 2015)
berücksichtigt die verkehrswirksame neue Ortsumgehung B 87 (ab 2004, inkl. Umgehung Wölpern !) und bringt eine deutliche Reduzierung des innerstädtischen Verkehrs auf der Achse Leipziger/Torgauer Straße mit sich. Dennoch ist diese Belastung hoch und lässt zu wenig Spielraum für Maßnahmen zur Erreichung obiger Ziele (Stellplätze, Rad- und Fußwege, Gestaltungs- und Begrünungsmaßnahmen, weiterhin Ampellösung Markt notwendig,...).
Vorteile | Nachteile |
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Planfall 3
Planfall 3

- Planfall 3 (Einbahnstraßenring, südlicher Külzring - 2015)
bewirkt eine starke Entlastung des innerstädtischen Straßenzuges und eine gleichmäßige Verkehrsverteilung auf den Nord- und Südring im Einrichtungsverkehr. Damit ist eine effektive Erschließung gewährleistet, die jedoch mit einem Umwegfaktor für den Binnenverkehr verbunden bleibt. Die vorherrschenden Verkehrsmengen ermöglichen die Neugestaltung des innerstädtischen Straßenraumes unter Berücksichtigung der Ansprüche für ÖPNV, Fuß- und Radwegverkehr. Unter diesen Voraussetzungen lässt sich eine relativ hohe innerstädtische Aufenthaltsqualität erzielen. Dieser Planfall ist prinzipiell zu empfehlen.
Vorteile | Nachteile |
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Planfall 4
Planfall 4

- Planfall 4 (2-Richtungsverkehr auf Nordring, südlicher Külzring - 2015)
konzentriert den Ost-West-Verkehr ausschließlich auf den Nordring und weist neben vergleichsweise hohen Umbaukosten vor allem Nachteile für die angrenzende Wohnbevölkerung auf. Dieser Planfall ist im weiteren nicht zu empfehlen.
Vorteile | Nachteile |
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Planfall 5a
Planfall 5a

- Planfall 5a (Fußg. Markt, nördl. Külzring - Netzergänzung Einrichtungsverkehr - 2015)
geht von einer Fußgängerzone "nördlicher Markt" aus. Der Verkehr wird über einen Nord- und Südring verteilt. Dabei wird der bereits bestehende Zweirichtungsverkehr beibehalten. Der Einrichtungsverkehr Am Anger bleibt ebenfalls bestehen. Für den Neubauabschnitt des Nordrings (am Mühlgraben) wird der Einrichtungsverkehr in Richtung Ost --» West vorgeschlagen. Die Errichtung einer Fußgängerzone bringt vor allem aus städtebaulicher Sicht Vorteile mit sich. Planfall 5 ist in der Belegung Dr.-Külz-Ring mit zwei Varianten gerechnet worden (Planfall 5 a - Dr.-Külz-Ring Nord, Planfall 5 b - Dr.-Külz-Ring Süd). Dieser Planfall ist im weiteren zu empfehlen.
Vorteile | Nachteile |
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Planfall 5b
Planfall 5b

- Planfall 5b (Fußg. Markt, südl. Külzring - Netzergänzung Einrichtungsverkehr - 2015)
geht von einer Fußgängerzone "nördlicher Markt" aus. Der Verkehr wird über einen Nord- und Südring verteilt. Dabei wird der bereits bestehende Zweirichtungsverkehr beibehalten. Der Einrichtungsverkehr Am Anger bleibt ebenfalls bestehen. Für den Neubauabschnitt des Nordrings (am Mühlgraben) wird der Einrichtungsverkehr in Richtung Ost --» West vorgeschlagen. Die Errichtung einer Fußgängerzone bringt vor allem aus städtebaulicher Sicht Vorteile mit sich. Planfall 5 ist in der Belegung Dr.-Külz-Ring mit zwei Varianten gerechnet worden (Planfall 5 a - Dr.-Külz-Ring Nord, Planfall 5 b - Dr.-Külz-Ring Süd). Dieser Planfall ist im weiteren zu empfehlen.
Vorteile | Nachteile |
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Im Vergleich der vorgestellten Netzfälle ist zunächst festzuhalten, dass in die nähere Diskussion die Netzfälle 3 und 5 aufzunehmen sind. Beide Varianten unterscheiden sich im wesentlichen in der Nutzung des nördlichen Marktplatzbereiches (Fußgängerzone ja oder nein) sowie im Richtungsverkehr des Nord- und Südringes.
Aus verkehrsplanerischer Sicht erfüllen sie grundsätzlich zwei wichtige und zu empfehlende Prämissen:
Erstens: Keine Konzentration des Ost-West- bzw. West-Ost-Verkehrs auf eine Hauptachse, sondern Trennung und Gleichverteilung auf mehrere Achsen.
Zweitens: Errichtung eines verkehrsberuhigten Marktbereiches zur Belebung des städtischen Mitte; denkbar auch als Fußgängerzone mit zeitlich variable Öffnung für den motorisierten Individualverkehr.




