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Hochwasser geht alle an!

Hochwasserrisikomanagement im Freistaat Sachsen: das Staats­ministerium für Umwelt und Landwirtschaft veröffentlicht eine 32seitige Broschüre zum Hochwasser­risiko und -schutz. Zitat SMUL "Diese Broschüre soll Ihnen einen Überblick geben, wie das Hochwasserrisiko bewertet und gemindert werden kann und was Sie selbst und andere dazu beitragen können."

smul_hochwasser2012.pdf

1. Auflage, Juni 2012

1.7 M
Titelblatt
Eilenburger Hochwasserschutzdämme
Der Eilenburger Hochwasserschutz im Überblick - auf Klick größer.

Die Grafik zeigt die Gesamtlösung zum Hochwasserschutz in Eilenburg. Diese können Sie auch Initiates file downloadin A5-Größe abrufen (PDF, 158 kB).

Eine Grafik der Landestalsperren­verwaltung des Freistaates Sachsen zeigt den Stand der Bauabschnitte vom September 2008 Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterauf einer Extraseite.

Stadtplan vom 16. Jahrhundert
Eilenburg im 16. Jahrhundert, Reproduktion aus "Eilenburg in Bildern und Dokumenten" 1968

Die Mulde und das Hochwasser

Eilenburg und die Mulde gehören schon immer zusammen. Die Eilenburger leben mit dem Fluss, der zeitweise eben auch sein Bett verlässt, über seine Ufer hinaustritt . Bilder vom Hochwasser 2002 können Sie sich Opens internal link in current windowin einer Bildergalerie mit 450 Fotos anschauen.

Ein Jahrzehnt nach dem verheerenden Augusthochwasser 2002, das den Marktplatz in einen See verwandelte und bei dem ein Schaden in Höhe von 140 Millionen Euro entstand, gilt die Stadt als hochwassersicher. Obwohl die Stadtoberen spätestens seit der Wende bei den zuständigen Behörden des Freistaates Sachsen auf die kritischen Zustände aufmerksam gemacht haben, 1997 erste Planungen und 2000 auch der erste Deichabschnitt zwischen Röhrenbrücke und Ilburg-Stadion gebaut wurde, so richtig Schwung in den Bau der Hochwasserschutzanlagen kam erst nach 2002. Im Herbst 2012 wird mit der 210 Meter langen Mauer an der Ernst-Mey-Straße das System geschlossen.

Dennoch wird an einem zusätzlichen neuen Deich, der sogenannten Nordflanke Hainichen, geplant. Voraussichtlicher Baubeginn ist 2015.

Jahrzehnt des Baus

Ein Jahrzehnt, in dem es richtig brummt

Eilenburg nutzte den von der Brutalität des Hochwassers 2002 ausgelösten Schock im ganzen Freistaat, machte Druck auf die zuständigen Landesbehörden, räumte diesen aber gleichzeitig in beispielhafter Manier vor Ort eigentumsrechtliche Hindernisse aus dem Weg.

Ein Jahrzehnt später ist das Ergebnis eine Muldestadt, die nach menschlichem Ermessen vor einem Jahrhunderthochwasser gesichert ist.

6,5 Kilometer Hochwasserschutzwände mit Höhen zwischen 0,6 und 4,1 Metern und noch einmal 6,5 Kilometer Hochwasserschutzdeiche wurden errichtet. Im muldennahen Stadtgebiet wurde ein Teil des Industrie- und Gewerbegebiet ECW für die Verbreiterung der Überflutungsflächen „geopfert“. Außerdem wurde die erste größere Deichverlegung an der Mulde in Sachsen im Norden der Stadt, in der Schlossaue, realisiert. Insgesamt flossen dafür rund 37 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel.

Der Hochwasserschutz

Das Stadtgebiet erstreckt sich beidseitig der Mulde. Im Westen wird Eilenburg zusätzlich vom Mühlgraben durchflossen, der sich im Stadtgebiet auch noch einmal teilt. Die langen Uferstrecken und die Bebauungen stellten die Fachleute der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates vor hohe Herausforderungen.

Neben der Ertüchtigung und dem Neubau von Schutzanlagen wurden Fließhindernisse beseitigt und der Mulde mehr Platz gegeben. Die Maßnahmen wurde in den drei Bereichen Eilenburg West/Hainichen, Eilenburg Mitte und Eilenburg Ost umgesetzt.

Beim Hochwasser 1960 bedrohte Eisgang auf dem Mühlgraben die Brücken.

Baubereich Mühlgraben
Baubereich Mühlgraben - Abrissarbeiten am Ufer der Mühlinsel

West

Eilenburg West/Hainichen

Die westlich des Mühlgrabens liegenden Bereiche erhielten innerhalb des Stadtgebietes am Bebauungsrand eine durchgehende Hochwasserschutzlinie, die streckenweise von Ufermauern gebildet wird.

Die Mühlgrabeninsel wird weiterhin als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen. Sie soll nicht weiter bebaut werden und steht bei Extremereignissen (ab 50-jährigem Hochwasser) als Überschwemmungs- und Abflussbereich zur Verfügung.

Der sich nördlich anschließende, knapp drei Kilometer lange Deich zwischen dem Ilburg-Stadion und der Ortslage Hainichen gibt der Mulde jetzt mehr Platz. Der Altdeich wurde streckenweise abgetragen, so dass eine Flutung der Aue bereits bei kleineren Hochwassern möglich ist.

Baubereich Muldeaue in Richtung Hainichen, Juni 2007

Einbringen von Bohrpfählen
Einbringen von Bohrpfählen am Mühlgraben

Mitte

Eilenburg Mitte

Den meisten Besuchern fällt es gar nicht auf. Doch wer den Eilenburger Stadtkerns betritt, befindet sich auf einer Insel, die im Westen vom Mühlgraben und im Osten von der Mulde umflossen wird. Der Schutz des Stadtzentrums erfolgt durch ein Ringdeichsystem, das aus Deich- und Mauerabschnitten besteht. Die südliche Begrenzung bilden die Dämme entlang der Bahnstrecke Leipzig-Cottbus beziehungsweise der neuen Ortsumgehung. Beide überqueren sowohl Mühlgraben als auch Mulde.

Baustraße am Mühlgraben, Sommer 2006

Rückbau des Deiches
Rückbau des Deiches nach Fertigstellung der Hochwasserschutzwand - Eilenburg Mitte, Mühlgraben

Ost

Eilenburg Ost

Die Hochwasserschutzlinie östlich der Mulde verläuft am Bebauungsrand des Industrie- und Gewerbegebietes ECW, das verkleinert wurde. Ehemalige Fabrikgebäude, deren Wände zugleich dem Hochwasserschutz dienten, wurden abgerissen und durch eine Stahlbetonwand ersetzt.

Baubereich ECW-Gelände, Juni 2007

Einbringen eines Bohrpfahles
Einbringen eines Bohrpfahles für die Gründung in der Nähe des Wasserturms im Januar 2008