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Torgauer Straße
Torgauer Straße - ohne Worte
Torgauer Straße
Torgauer Straße - Baulücke mit verwilderter Freifläche
Rinckartstraße/Dr.-Külz-Ring
Rinckartstraße/Dr.-Külz-Ring - ungestalteter überbreiter Straßenraum
Zielmodell 2015
Die beiden beteiligten Planungsbüros sind:

Raum- und Umweltplanung
Gerald Haack - Stadtplaner
Eilenburg

Dr. Brenner + Münnich
Ingenieurgesellschaft mbH
Leipzig/Dresden

Innerstädtisches Verkehrs- und Entwicklungskonzept (IVEK) im Zuge der Umverlegung der B 87

Ergebnisse Analyse

  1. Teil Verkehr
  2. Teil Stadtplanung

1 Teil Verkehr

Aus der Analyse der erhobenen Verkehrsdaten ergeben sich als wesentliche Erkenntnisse zu den einzelnen Verkehrsarten:

Fließender Kfz-Verkehr

Erwartungsgemäß wird der Verkehr der Stadt Eilenburg durch die B 87 dominiert.
Für die Stadt Eilenburg ist die Nähe zu Leipzig von Bedeutung. Wichtigste Ziele des Berufs-, Einkaufs- und Freizeitverkehrs der Region liegen in Leipzig.
Im Binnenverkehr dominieren die zentralen Bereiche entlang der Bundesstraße. Hier liegen die Schwerpunkte des kommunalen Berufs-, Einkaufs- und Freizeitverkehrs.

Öffentlicher Personennahverkehr

Aus der modal-split-Analyse geht hervor, dass der ÖPNV verbesserungsbedürftig ist. Vor allem sollte der Frage nach weiteren Erschließungsmöglichkeiten für den ÖPNV nachgegangen werden.

Rad- und Fußgängerverkehr

Was für den ÖPNV zutrifft kann auch für den Rad- und Fußgängerverkehr gesagt werden. Ein durchgängiger Radweg entlang der jetzigen Bundesstraße B 87 ist dabei genauso bedeutsam wie der Ausbau des innerörtlichen Radwegenetzes.

2 Teil Stadtplanung

Aus den Ergebnissen der städtebaulichen Analyse lassen sich folgende Kernaussagen für die Entwicklung der Innenstadt zusammenfassen:

Verkehr

Mit der Fertigstellung der B 87-n ist zu erwarten, dass die Dominanz des in der Innenstadt verbleibenden Durchgangsverkehrs noch so hoch sein wird, dass eine attraktive Umgestaltung der Leipziger Straße und Torgauer Straße nur sehr eingeschränkt möglich ist (s. Planfall 2 - Prognose-Nullfall). Eine zusätzliche Verteilung des Verkehrs auf ein Nebennetz ist aus städtebaulicher Sicht empfehlenswert. Es sollte jedoch ein hinreichender Mindestdurchfluss durch das Stadtzentrum erhalten werden, damit die zentralörtlichen Einrichtungen und Geschäfte der Innenstadt auch mit dem Kfz noch gut erreicht werden können. Die Parkmöglichkeiten innerhalb der Hauptgeschäftsstraßen sollten deutlich erweitert und die Querungsmöglichkeiten für Fußgänger verbessert werden. Das Haupt-Radwegenetz muss weiterhin durch die zentrale Innenstadt verlaufen, wobei sich das bestehende Ringsystem ("Grüner Ring") als Nebennetz zur Ergänzung anbietet. Für den ÖPNV sind Haltestellen in zentraler Innenstadtlage bedeutend.

Bau- und Nutzungsstrukturen

Auffällig sind die hohen Wohnungsleerstände im Geschosswohnungsbau der Quartiere entlang der Hauptverkehrsachsen, welche nicht immer auf einen Sanierungsrückstand zurückzuführen sind. Auch beim innerstädtischen Einzelhandel sind teilweise Leerstände festzustellen, die nicht durch das Hochwasser von 13.08.2002 verursacht wurden. Im Gastronomie- und Beherbergungssektor sind nur geringe Angebote zu verzeichnen. Defizite im Maß der baulichen Nutzung sind zwar punktuell vorhanden, doch spielen sie eher eine untergeordnete Rolle. Zur funktionalen Stärkung der Innenstadt wurde in der Analyse vorgeschlagen, an zentralen Stellen der Innenstadt Nutzungen zu etablieren, welche eine hohe Magnetwirkung (auch in den Abendstunden) entfalten. Hierzu bieten sich vor allem die Flächen des Kornmarktes und der Gewerbebrache am Nordring zur Neubebauung an. Durch eine relativ gleichmäßige Verteilung des Durchgangsverkehrs auf ein Nebennetz ab 2004, können wesentliche Voraussetzungen zur Verbesserung der Wohn- und Umfeldqualität geschaffen und damit dem Wohnungs- und Gewerberaumleerstand entgegengewirkt werden. Bei einer Umgestaltung der innerstädtischen Einkaufsstraßen sind die Anforderungen der anliegenden Gewerbetreibenden an den Straßenraum zu berücksichtigen.

Stadtgestalt und Grün

Im Sinne einer attraktiv gestalteten Innenstadt wird ein großer Nachholbedarf bei der Gestaltung und Begrünung der innerstädtischen Hauptverkehrsachsen gesehen. Aber auch die Platzbereiche Kornmarkt und Nikolaiplatz weisen noch erhebliche Gestaltungspotentiale auf, die das Stadtbild nachhaltig bereichern können. Besonderes Augenmerk sollte auf eine ansprechende Akzentuierung der westlichen und östlichen Eingangsbereiche zur Innenstadt gelegt werden. Die Weiterentwicklung des "Grünen Ringes" um das Stadtzentrum ist zu fördern.

20.01.2003